Das Druckluftmobil - das Auto der Zukunft?
In den Siebzigern schien es, dass man an einem besseren Verkehrssystem
interessiert wäre - umweltfreundlich und möglichst ohne Verkehrstote. So hatte ich die Idee für ein
"Druckluftmobil", ein neues Massen-Transportsystem. Man fährt mit
seinem eigenen Wagen - anstatt zur Autobahn zu einem Röhrenbahnhof. Ohne
umzusteigen gelangt man durch eine Luftschleuse in eine Röhre, wo ein
konstanter Luftstrom für die Vorwärtsbewegung sorgt. Am Ziel fährt man die
letzten Kilometer wieder mit eigenem Antrieb.
So könnten die ersten Verkehrsverbindungen auf dem Mars aussehen, solange sich die Marsluft noch nicht atmen lässt.
Zeichnungen Helmut Hase (Daimler Benz AG, 1973)


In der Stadt kann man Röhrentaxis nehmen, die nicht nur über und unter der Erde horizontal per Druckluft schweben, sondern sich auch vertikal bewegen und das Umsteigen in Aufzüge erübrigen. Mein Manuskript ist hier das erstmals zu lesen. Einen Vertreter einer großen Autofirma in Stuttgart konnte ich schon auf der Leipziger Messe so sehr dafür begeistern, dass er gleich damit anfangen wollte und schon Zeichnungen anfertigte. Die Weichen aber stellte der SSD.

Einzelne zylindrische Kabinen schweben
auf einem Luftkissen in einem Rohr und werden durch Druckluft
hinter den Kabinen angetrieben. Sie können aber auch auf
Strassen fahren.
Der Stempel "Kopie BStU"
bedeutet, dass es in meinen Stasiakten gefunden wurde, dort - wo alle meine
Erfindungen begraben sind. (Ein Brief von Herrn Hoch aus Bonn wurde
gleichzeitig auf 4 verschiedenen Wegen abgefangen.) Es gab zwar Leute, die an meiner Idee
interessiert waren und der Regierungsdirektor Klaus Bolln von der Ständigen
Vertretung der BRD in Ostberlin besuchte mich mehrmals in Schulzendorf, aber
letztlich hat der SSD den Sieg davon getragen...
Eine Weiche wird ohne bewegliche Teile, durch seitliche Druckluft gesteuert. Es ist ein sehr sicheres Verkehrssystem. Das bestätigte mir auch die Studiengesellschaft für Nahverkehrssysteme in Hamburg.
Auf der Erde hat dieses System vielleicht keine Chance mehr, aber auf dem Mars wäre es das ideale Verkehrssystem von Haus zu Haus, weil es die Luft zum Atmen gleich mitbringt. (Die Häuser müssen dort ja auch hermetisch dicht gebaut werden und das große Röhrensystem liefert gleichzeitig die Luft zum Atmen in die Häuser.) Hier auf der Erde wäre die Sache nur für einen Vergnügungspark interessant, weil diese Kabinen in jede Richtung mittels durchsichtiger Rohre gelenkt werden können, also auch senkrecht nach oben und unten. Vielleicht verwenden es die Japaner aber auch einmal für ihre Wohntürme.
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